Zunächst ein wenig Geschichte des Kaffees

Sagen der Herkunft und Ursprung der Verwendung

Was sagt die Wissenschaft?

Der Kaffee als Getränk ist etwa seit 500 Jahren bekannt. Sein Ursprung soll in der Provinz Kaffa in Abessinien liegen.
Das Wort "Kaffee" ist später von dem arabischen Wort qahwa, was Kraft bedeutet, abgeleitet, woraus sich das türkische Wort kahve entwickelte, das für unser Wort "Kaffee" Pate stand. Die Ähnlichkeit zum Namen des Ursprungsortes ist aber sehr wahrscheinlich kein Zufall.

Sagen der Herkunft und Ursprung der Verwendung

Die Entdeckung des Kaffees verliert sich in der Sage. Nach einer Überlieferung soll irgendwann zwischen dem 6 und dem 9. Jahrhundert Kaldi, ein junger Abbessinier, der Ziegen hütete, beobachtet haben, daß die Ziegen, nachdem sie an den Beeren und Blättern eines gewissen immergrünen Strauches geknabbert hatten, übermütig umhersprangen. Neugierig geworden, begann er, einige dieser geheimnisvollen kleinen Beeren zu zerkauen, und stellte fest, daß sie belebend wirkten. Er berichtete aufgeregt seiner Frau davon, die ihn damit ins nahegelegene Kloster schickte. Die Mönche dort hielten die Früchte für "Teufelswerk" und warfen diese ins Feuer.
Daraufhin muss es wenig später im Kloster gerochen haben wie heute in einer Kaffeerösterei. Über den Geruch erstaunt holten die Möche die halb verkohlten Kerne aus dem Feuer, zermahlten sie und übergoßen sie in einem Gefäß mit heißem Wasser, damt sich der Geist des Trankes nicht verflüchtigte. In der Nacht probierten einige der Brüder von diesem dunklen Gebräu. Danach war an Schlaf nicht mehr zu denken. So wurde der "Kaffee" geboren.

So ranken sich viele weitere Geschichten um die Entdeckung der Wirkung.
Vom Kloster Shehodet am Roten Meer wird berichtet, daß im Schutze der Klostermauern weidende Ziegen mit Vorliebe von, weiße Blüten und rote Kirschen tragenden, Sträuchern fraßen. Mönche nahmen die Früchte mit und kosteten von ihnen. Zunächst stellten sie den bitteren Geschmack fest, nach kurzer Zeit jedoch überkam sie die belebende Wirkung des Kaffees.

Die erste schriftliche Erwähnung des Kaffees findet sich in dem Anfang des 11. Jahrhunderts vom arabischen Gelehrten Ibn-Sina verfassten "Buch der Heilkunst". Auch in der Bibel finden sich schon Andeutungen über die anregende Wirkung der Kaffeepflanze.
Doch die Abessinier wußten mit Sicherheit schon viel früher von der aufputschenden Wirkung der Kaffeefrucht. Die Mönche im Hochland, des seit dem vierten Jahrhundert christianisierten Äthiopien, zerkauten rohe Bohnen, um sich für ihre nächtlichen Gebete wach zu halten. Sudanesische Sklaven überstanden mit Hilfe der Kaffeebohnen Zwangsmärsche durch die Wüste.
Eine Art Power-Kaffeespeise bereitete man zu, indem man die ganzen Beeren zerquetschte, Fett dazugab und dann aus dieser Mischung runde Kuchen formte. Diese werden auch von den heutigen Äthiopiern noch gerne verzehrt. Auch von den heutigen Urwaldvölkern und Nomaden ist bekannt, daß sie anregende Blätter und Früchte kauen.
Später gewann man aus den Kaffeebeeren, auch Kirschen genannt, eine Art Wein.
So unbekannt, wie der erste Kontakt mit der Kaffeebohne ist auch der erste Versuch die Kaffeebohnen zu überbrühen. "Schuld" daran ist wahrscheinlich wieder mal ein Kloster, denn dort wurden Früchte und Blätter häufig getrocknet und dann zu Tee überbrüht.


Im islamischen Reich aber traten bald religiöse Streitigkeiten durch dieses Rauschmittel auf, deshalb verbot Khair Beg, der Gouverneur von Mekka im Jahr 1511 den öffentlichen Genuß von Kaffee und ließ die Kaffeehäuser als Horte des Aufruhrs schließen. Also genossen die Araber ihren Kaffee zu Hause. Die Kostbarkeit der Bohnen veranlaßte sie immer neue, sparsamere Methoden des Brühens zu erfinden. So kam es, daß der Kaffee zunächst in einer Pfanne geröstet und dann erst gemahlen überbrüht wurde. Durch das Rösten steigerte sich die Ergiebigkeit der Kaffeebohnen enorm. Der tägliche Genuß wurde sparsamer.
Auch die Türken entdeckten den Kaffee. Sie brachten ihn von ihren Eroberungszügen im Orient mit. Der türkische Kaffee wurde dort zu einem Volksgetränk und ersetzte Tee und Wein auch in den christlichen Gebieten.
Durch die hieraus entstandene Tradition entstanden auch bald Kaffeehäuser. Nachweislich das erste ist das 1652 eröffnete Virginia Coffee House in London. Daraufhin eröffneten viele Clubs, die das Kaffeetrinken pflegten. Über London lief den auch der gesamte Kaffeehandel zum Kontinent hin. Jedenfalls bis die Türken vor Wien standen. Denn dann entstanden mit Hilfe der erbeuteten Kaffeemengen auch in Wien die ersten Kaffeehäuser. Von dort traten sie Ihren Siegeszug in ganz Europa an. Viele Dichter, Künstler und Schriftsteller holten sich dort ihre Inspirationen und so sind die Cafés bis heute beliebte Treffpunkte für einen netten Plausch bei einer herrlichen Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen.
Aber auch in Europa war der Kaffeegenuß nicht immer unumstritten, während italienische Geistliche ihn als "Satansgebräu" ächten lassen wollten, bekämpfte die Londoner Women´s Petition Against Coffee das "heidnische Getränk" wegen seiner verheerenden Wirkung auf Männer: " Wenn sie vom Kaffeetrinken zurückkehren, ist an ihnen nichts feucht außer ihren Rotznasen, nichts steif außer ihren Gelenken, nichts steht ab außer den Ohren."
Auch Friedrich der Große ließ das Modegebräu verbieten, damit sich die Leute wieder an Bier gewöhnten, "das Getränk, das zu unserem Klima passt".

Zwischenzeitlich diente der Kaffee auch als Arznei, und schließlich wurde er zum alltäglichen Getränk. In der ärztlichen Praxis wurde und wird er noch bei Migräne, gewissen Herzleiden, chronischem Asthma und bei Wassersucht verschrieben. (Übermäßiger Kaffeegenuß kann jedoch die Sekretion von Magensäure zu stark anregen, Nervosität hervorrufen und den Herzschlag beschleunigen. Auch das "Sodbrennen", das heute so verbreitet ist, wird dem übertriebenen Kaffeegenuß zugeschrieben.)

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Was sagt die Wissenschaft?

Allgemein wird heute immer noch angenommen, der Trank der Muselmanen stamme aus dem Orient. Nicht ganz unschuldig daran sind die Botaniker, die dem Kaffeebaum den Namen Coffea arabica gegeben haben. Wie schon erwähnt ist die Ähnlichkeit zwischen Kaffee und dem Namen der Abessinischen Provinz Kaffa nur sehr unwahrscheinlich ein Zufall.
Das sehen mittlerweile auch die Botaniker so, denn nur hier in Kaffa wächst der Kaffee wild im Wald. Sämtliche etwa zehn Milliarden Coffea arabica Sträucher in den weltweiten Kulturen stammen offensichtlich von nur einer Handvoll Bäumchen ab, die aus den Wäldern des äthiopischen Hochlandes entwendet wurden. Darauf deuten jedenfalls Vergleiche des Erbgutes hin. Während auf der ganzen Welt nur eine sehr geringe Zahl verschiedener Kaffeepflanzen wachsen, findet sich im äthiopischen Hochlandwald auf jedem Hügel und in jeder Niederung eine neue Variation. Experten schätzen ihre Zahl auf 4000 bis 5000. Eine Schatzkammer für jeden Kaffeeliebhaber. Doch die meisten der häufig von Kleinbauern angebauten Sorten landen leider nur in Verschnitten zur Qualitätsverbesserung, eine gesonderte Vermarktung schien bisher auf wenig Gegenliebe zu stoßen, denn der äthiopische Kaffee liegt mit seinen Hektarerträgen gerade mal bei einem fünftel der Plantagenkaffees in Brasilien oder Vietnam.

Die Verbreitung des Kaffees brachten wahrscheinlich die Abessinier selbst in Gang. Jedenfalls regierten sie im 6. Jahrhundert Arabia felix, den heutigen Jemen, der für seine grünen, bewässerten Gärten bekannt war. Lange war der Jemen das einzige Anbaugebiet für die roten Kirschen. Von der heute halb versandeten Hafenstadt Mokka, wurde der Kaffee in andere Gebiete der arabischen Welt exportiert und gelangte im 16. Jahrhundert auch nach Mitteleuropa.
Doch die ottomanischen Türken, die lange den Jemen besetzten, wachten akribisch über ihr Anbaumonopol für Kaffee. Die Herkunft der Pflanzen aus Äthiopien war schon lange wieder vergessen. Kaffeebohnen durften das Land nur abgekocht oder geröstet verlassen. So konnte niemand mit fruchtbaren Samen eine neue Kultur anlegen.
Im Jahre 1610 wurden jedoch in Indien die ersten Kaffeebäume gepflanzt, die aus sieben Samen gezogen wurden, die sich ein junger Pilger names Baba Budan um den Bauch gebunden hatte. Im Jahre 1614 begannen die Niederländer sich mit dem Kaffeeanbau zu befassen. Sie entsandten regelrechte Diebstahls-Expeditionen in den Jemen, um endlich selbst Kaffee anpflanzen zu können. Oft überlebte nur ein einziger Busch diese Raubzüge, so wie jener aus dem Jahr 1720, auf den die gesamten Plantagen der Insel Réunion im indischen Ozean gründen. Ebenfalls im Jahre 1720 kehrte Gabriel Mathieu Desclieux, ein französischer Marineoffizier, nach Martinique — eine Insel der Antillen — zurück. In seinem Gepäck überdauerte auch nur ein eiziges die Fahrt. Von dort gelangte der Kaffee auch auf andere Inseln der Antillen, dann nach Französisch- Guayana, und um das Jahr 1727 brachte ihn ein brasilianischer Armeeoffizier namens Francisco de Melo Palheta nach Belém (Brasilien). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fing man in Campinas und in anderen Städten des Bundesstaates São Paulo an, Kaffee anzubauen. Bald danach gab es auch in anderen Bundesstaaten, insbesondere in Paraná, Kaffeepflanzungen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts dann war der Kaffee einmal um die ganze Welt gereist und wurde nun auch in Kenya, Tansania und Uganda angebaut. In direkter Nachbarschaft seiner Herkunft, Äthiopien.
In den 1980er Jahren, als der Kaffee haussierte, wurde mit dem Anbau von Tiefland- oder Robusta-Kaffee Coffea canephora begonnen, da dieser auch ohne Schattenbäume wächst und reichere Ernten verspricht. Der aus dem äquatorialen Regenwaldgürtel zwischen Westafrika und Uganda stammende Kaffee liefert allerdings nur zweitklassige Bohnen von rauhem, bitteren Geschmack.
Die genetische Beschränkung durch die Abstammung der weltweiten Kaffeepflanzen von nur sehr wenigen Exemplaren und der Anbau in Monokulturen bergen natürlich viele Risiken. In Ceylon etwa wurden von 1865 an innerhalb weniger Jahre der gesamte Kaffeeanbau von Hemilia vastratix, dem Kaffeerostpilz ausgelöscht. Einer der Gründe, warum Sri Lanka zu einer Tee-Insel wurde. In den 1970er Jahren wurden von dem Pilz große Teile der brasilianischen Plantagen vernichtet. In Äthiopien gibt es jedoch Büsche, die vollkommen resistent gegen diesen Schädling sind. Tatsächlich wurden sogar Parasiten gefunden, die auf dem Pilz schmarotzen, was darauf hindeutet, daß der Kaffeerostpilz und Coffea arabica schon sehr lange miteinander auskommen.
Es wird also Zeit, daß die Variabilität der Kaffeepflanzen in den Anbaugebieten vergrößert wird. Hierdurch wird nicht nur eine größere Resistenz gegenüber Schädlingen erzielt, sondern auch die Qualität des Kaffees beträchtlich gesteigert werden können.

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